• Der bedrohte Kiebitz Vanellus vanellus ist der "Wappenvogel" der Ala. Dieses Küken ist erst wenige Tage alt.

  • Die Ala hat zu ihrem 100-jährigen Bestehen 2009 mehrere Schutz- und Forschungsprojekte zugunsten des Kiebitzes unterstützt.

  • Der Tannenhäher Nucifraga caryocatactes versteckt jedes Jahr mehrere 10'000 Arvennüsse als Wintervorrat – und findet die meisten wieder.

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    Die exotisch wirkende Bartmeise Panurus biarmicus ist die einzige Vertreterin ihrer Familie in Europa.

  • Der Turmfalke Falco tinnunculus ist der häufigste Falke in der Schweiz.

  • Der Haubentaucher Podiceps cristatus ist bekannt für seine spektakulären Balzrituale.

  • Das hübsche Blaukehlchen Luscinia svecica ist in Europa mit mehreren Unterarten vertreten. Das weisssternige kommt in der Schweiz ausschliesslich als Durchzügler vor.

  • Der Graureiher Ardea cinerea wurde früher als Fischfresser verfolgt und fast ausgerottet, mittlerweile hat sich der Bestand in der Schweiz erholt.

Ein Bericht von Markus U. Ehrengruber, Unterengstringen

Am Samstag, 28. Oktober 2017 luden die Ala und die Schweizerische Vogelwarte zu einem Symposium anlässlich der Pensionierung von Christian Marti, langjähriger Redaktor des Ornithologischen Beobachters. Der Anlass zum Thema „Raufusshühner“, deren Erforschung sich Christian Marti jahrzehntelang gewidmet hat, fand im Vortragssaal des Naturhistorischen Museums der Burgergemeinde Bern statt. Mit fast 200 Teilnehmern war der Anlass bereits Wochen im Voraus ausgebucht.

Das Thema am Morgen war die Situation der Raufusshühner in der Schweiz. Urs N. Glutz von Blotzheim (Schwyz), der Doktorvater von Christian Marti, erzählte, wie die Forschung über Raufusshühner in den Schweizer Alpen begann. Pierre Mollet (Schweizerische Vogelwarte, Sempach) informierte über das landesweite Auerhuhnprojekt. Als Beispiel für ein konkretes Schutzprojekt stellte Paul Ingold (Kirchlindach) anschliessend das 2006 eingeführte Besucher-Lenkungskonzept auf der Lombachalp in der Gemeinde Habkern (Kanton Bern) vor. Niklaus Zbinden (Oberkirch) referierte schliesslich zur die Überwachung der Birkhuhnbestände im Tessin und die Erfassung des Fortpflanzungserfolgs mit Hilfe von Vorstehhunden. Im Tessin darf das Birkhuhn zwar immer noch bejagt werden, doch haben in den letzten Jahren eingeführte Jagdbeschränkungen die Anzahl erlegter Hähne deutlich reduziert.

Nach der Kaffeepause, welche Andreas Marti, der Bruder von Christian Marti, am Cembalo musikalisch begleitete, erklärte Gernot Segelbacher (Universität Freiburg i.Br.), wie im Kanton Graubünden die Bestände von Auer-, Birk- und Alpenschneehühnern anhand von genetisch untersuchten Kot- und Federproben erfasst werden. Res Isler (KBP GmbH, Bern) und Andreas Bossert (Erlinsbach) berichteten über das langfristige Monitoring von Birk- und Alpenschneehuhn in den Schweizer Alpen. Der Birkhuhnbestand scheint langfristig stabil, reagiert auf klimabedingte Lebensraumveränderungen flexibel und verschiebt seinen Lebensraum in höhere Lagen verschiebt. Das Alpenschneehuhn hingegen hat seit Beginn der Zählungen (1985) einen Bestandsrückgang von 13 % erlitten. Lukas Jenni (Schweizerische Vogelwarte, Sempach) ging anschliessend genauer auf mögliche Ursachen des Bestandesrückgangs beim Alpenschneehuhns ein und zeigte, dass diese nicht durch einen einzigen Faktor erklärt werden können. Im letzten Vortrag der Morgensession sprach Kurt Bollmann (Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, Birmensdorf) über die Habitatselektion des Auer- und Haselhuhns und daraus abgeleitete Fördermassnahmen.

Am Nachmittag wurde der Blick über die Landesgrenzen ausgeweitet. Manfred Lieser (Steisslingen, Deutschland) gab in einem packenden und witzigen Vortrag eine pessimistische Prognose über die Erhaltung der Haselhuhn-Vorkommen in den deutschen Mittelgebirgen ab. Hans-Heiner Bergmann (Bad-Arolsen, Deutschland) sprach über seine Studien an Moorschneehühnern am Ochotskischen Meer in Ostasien. Der Vortrag von Egbert Strauss (Stiftung Tierärztliche Hochschule, Hannover, Deutschland) illustrierte den ernüchternden Zusammenbruch der Birkhuhn-Population in Niedersachsen und die Versuche zur Rettung der Restpopulationen.

Nach der Kaffeepause sprach Reinhard Lentner (Amt der Tiroler Landesregierung, Innsbruck, Österreich) über das Monitoring von Auer- und Birkhuhn in vier Referenzgebieten Tirols und zeigte dabei Vor- und Nachteile von verschiedenen Erhebungsmethoden. Ursula Nopp-Mayr (Universität für Bodenkultur, Wien) erläuterte anschliessend die Situation des Birkhuhns in der Steiermark, wo im letzten Jahrhundert vor allem die östlichen Bestände erloschen sind. Im letzten Vortrag schliesslich nahm Siegfried Klaus (Jena, Deutschland) die Zuhörer mit auf eine Reise nach Ostasien, ins Hinterland des Magadans, wo Sichel-, Hasel- und Steinauerhuhn nebeneinander vorkommen. Als krönenden Abschluss trug Manfred Lieser ein eigenes Gedicht über den Auerhahn vor.

Das Symposium endete mit einem persönlichen Schlusswort von Christian Marti und einer abschliessenden Würdigung durch Lukas Jenni.

Ein ausführlicher Bericht über das Symposium und die Referate werden im Ornithologischen Beobachter publiziert.

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